Sonntag, 21. Oktober 2012

***Rezi 15#*** "Verkommen" - Bryan Smith

Endlich wieder einmal eine Rezi von mir. Morgen oder übermorgen kommt dann die nächste.. :D


>>> 
Jessica möchte einen günstigen Gebrauchtwagen kaufen. Als sie mit dem Besitzer alleine in dessen Wohnung ist, fällt er über sie her und vergewaltigt sie.
Jessica will nur eines: Rache. Deshalb entführt sie den Mistkerl in die einsame Wildnis. Sie will ihn erschießen, er soll sterben ...
Aber die beiden befinden sich an einem bösen Ort. Die inzüchtigen Einwohner des Städtchens Hopkins Bend hüten seit Generationen ein grauenvolles Geheimnis und Jessica kommt ihnen für ihre perversen Spiele gerade recht ...
Dieser Roman ist ein Albtraum in einem Albtraum in einem Albtraum!
<<< (von…)


Cover
Das Cover ist sehr düster und zeigt eine Frau mit langen schwarzen Haaren. Ich nehme mal an, dass diese Frau Abby darstellen soll. Ein Mädchen aus der Klincher-Sippe. Sippe ist das richtige Wort, aber dazu komme ich später. Das Cover stellt auf alle Fälle die im Buch dargestellte Stimmung dar.

Inhalt
Also habe schon reichlich eklige und widerliche Filme gesehen und fande sie eigentlich immer alle recht amüsant. Dazu muss ich sagen, dass ich jemand bin, der bei Horrorfilmen grundsätzlich anfängt zu lachen, wenn jemand auf grausamste Weise abgeschlachtet wird, weil ich es lustig finde, wie viel Kunstblut verschwendet wird. xD
Hier war es zu Anfang nicht anders. Es werden Leute ermordet (und davon nicht zu wenig) und das auf die grausamste Art und Weise – aus den grausamsten und unnatürlichsten Gründen.
Hier werden Kannibalismus und Qualen groß geschrieben.
Jedes Kapitel spielt an einem anderen Ort mit anderen Personen. Zu Anfang fragt man sich, wieso geht der Autor auf so viele verschiedene Leute ein und warum wickelt er das alles nicht in den Selben Kapiteln ab. Aber man kommt dahinter, dass jedes Kapitel und jede Person darin irgendwie miteinander verbunden ist. Wieso? Weil sie „Fremden“, die gerade durch Hopkins Bend auf durchreise waren und vielleicht nur an der nächsten Tankstelle ihr Auto volltanken wollten, von widerlichen, abnormen Monstern entführt werden. Diese Monster gehören unteranderem der Klincher-Sippe an.
Nun, wieso Sippe? - Sie sind hässliche, inzestuöse Mutanten, die mit einem Fluch belegt worden sind. Abnorme Gesichtsentstellungen und andere unübliche Sachen machen diese Leute menschenunähnlich. Sie sind sexbesessen, wollen unbedingt ihre Sippe vergrößern (die Mädchen bekommen dort „normalerweise“ schon mit 15 ihr erstes Kind) und – sie sind Kannibalen. Sie und andere Sippen bereiten sich auf das alljährliche Festtagsmahl vor.
Nun erklärt sich auch, wieso sie „Fremde“ entführen. Sie entführen sie und sperren sie in ihren Kellern oder Käfigen hinter dem Haus ein, um sie zu quälen, sie zu entstellen und sie dann später beim Festtagsmahl stolz den anderen Sippen präsentieren zu können – wo die Fremden dann auch verspeist werden.
Die Fremden, von denen in den einzelnen Kapiteln die Rede ist, sind Leute, die nichts von den Machenschaften in Hopkins Bend wissen. Ein Pärchen auf der Durchreise –Megan und Pete. Und eine Frau die sich ein Auto kaufen wollte, von dem Privatverkäufer vergewaltigt wurde und ihn mitten in der Pampa dafür erschießen wollte – Jessica und Hoke. Und dann geht es noch um Abby aus dem Klincher-Clan, die unüblich für ihre „Familie“ mit 20 noch kein Kind geboren hat und an ihrem Leben und den „Menschen“ um sich herum zweifelt und irgendwann den Entschluss fasst aus dem ganzen auszubrechen, um ein neues Leben irgendwo anders anzufangen.  Es gibt noch andere Personen, die genannt werden, diese sind aber nur Nebenfiguren.
Jeder einzelne „Fremde“ fängt an Leute zu ermorden und abzuschlachten, weil sie sich keinen anderen Ausweg aus dieser Hölle verschaffen können. Einige machen auch Dinge, die sie vorher nie zu tun gewagt haben oder nie daran überhaupt gedacht haben.
Es ist Wahnsinn – im Wahrsten Sinne des Wortes – was dort vor sich geht und was aus den Menschen wird, die von den „Höllenwesen“ entführt worden sind.
Es gibt eine Stelle im Buch, an der sogar ich richtig gewürgt habe und ein paar Minuten brauchte, um wieder klar denken zu können. Und das passiert wahrlich nicht oft!
Blut, Gedärme, andere Innereien – alles fliegt nur so durch die Gegend und es wird bis zum letzten Atom dessen nicht damit gespart!
Definitiv nichts für schwache Nerven oder Leute, die gerade etwas gegessen haben.

Schreibstil
Es ist unglaublich wie sehr man sich schon nach den ersten Seiten in die Geschichte hineingezogen fühlt und wie sehr man mit den Protagonisten mitleidet. Möglich ist es auch, den Gestank verwesender oder halb verwester Sachen zu riechen, während man liest – mir ging es jedenfalls so.
Der Schreibstil ist wahnsinnig gut und reißt einen mit, was das Buch zu einem Pageturner macht.

Fazit
Es wird nicht mein letztes Buch von Bryan Smith gewesen sein, denn eine Printausgabe von Todesgeil hab ich (netterweise vom Festa Verlag für eine Rezi gestiftet – Danke noch einmal dafür!) auch schon hier liegen und es ruft mich regelrecht, dass ich es doch lesen soll – jedesmal wenn ich daran vorbei gehe. Ergo ich werde dem Genre definitiv treu bleiben und es nicht fallen lassen. Denn so spannende Buchseiten sind nicht selbstverständlich und ich bin mir sicher, dass Bryan Smith in seinen anderen Büchern nicht nachgelassen hat.
Für alle, die offen für neues sind und wirklich (!!!!!!!) keinen schwachen Magen haben, dürfte dieses Buch eine gute Lektüre sein. Vielleicht nicht vor dem zu Bett gehen, aber das soll jedem selbst überlassen sein (ich habe es immer vor dem zu Bett gehen gelesen…^^).

Punkte
5/5

1 Kommentar:

  1. Na da bist du ja absolut meiner Meinung. Todesgeil fand ich sogar noch besser. Und wenn du wirklich mal was richtig ekliges lesen willst, dann versuche es mal mit Bighead von Edward Lee. Da kam ich echt an meine Grenzen und ich bin hart im Nehmen.
    Tolle Rezi.
    Drück dich und schicke dir ganz liebe Grüße
    Beate

    AntwortenLöschen

Ich freue mich immer über Kommentare! - Nur nicht schüchtern sein! ;)
I'm looking forward to comments, so don't be shy! ♥